Unser Geschmackssinn ist von großer Bedeutung für uns, denn mit ihm prüfen wir unbewusst die Qualität unseres Essens. Zudem spielt er eine wesentliche Rolle für die Ausbildung unserer Geschmacks-Vorlieben und -Abneigungen. Die Wissenschaft steht mit ihrem Verständnis des Geschmackssinns jedoch noch am Anfang. Dennoch gibt es schon jetzt Unerwartetes und Spannendes über ihn zu berichten. So ist die Fähigkeit zu schmecken zwar angeboren und instinktiv an unser Verhalten gekoppelt, aber bei jedem Menschen individuell ausgeprägt. Grund dafür sind individuelle Unterschiede in der Erbinformation unserer Geschmackssensoren. Sie führen beispielsweise dazu, dass Brokkoli für manche Menschen bitter schmeckt und für andere nicht. Andererseits wird unsere Geschmackswahrnehmung auch durch die Zusammensetzung eines Nahrungsmittels beeinflusst. Süßes vermindert den Bittergeschmack, Eiweißbausteine verstärken den Salzgeschmack und „bitter“ plus „bitter“ ergibt manchmal eine kulinarische Überraschung. Lange Zeit dachte man, dass wir nur mit unserer Zunge Geschmacksstoffe erkennen können. In jüngster Zeit fanden Wissenschaftler jedoch auch im Magen-Darm-Trakt, der Lunge und in den Fortpflanzungsorganen Geschmackssensoren – ob diese dort „schmecken“ und welchen Nutzen sie dort für unseren Körper haben könnten, wird Anne Brockhoff in ihrem Vortrag erklären.
Dr. Anne Brockhoff
studierte Ernährungswissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2003 arbeitet sie in der Abteilung Molekulare Genetik des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. 2009 promovierte sie an der Universität Potsdam über die Funktionsweise menschlicher Bitterrezeptoren und wurde für diese Leistung mit dem Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis ausgezeichnet.
Zeit der Vorlesung: 04. März, 11.00 Uhr Ort der Vorlesung: Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam. Der Eintritt beträgt 3 €, ermäßigt 2 €.
Kontakt:
Dr. Gisela Olias, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke Arthur-Scheunert-Allee 114-116 14558 Nuthetal (OT Bergholz-Rehbrücke)
Tel: 033 200 88 278/335 Fax: 033 200 88 503 E-Mail:
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