
Prof. Dr. Elisabeth Flitner
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»Es wurde zwar schon alles gesagt, aber nicht von allen.« Karl Valentins Zitat könnte als Motto über dem Elternabend der Klasse 4b in der Käthe-Niederkirchner-Grundschule stehen. Fünf empörte Mütter und Väter zweifeln die pädagogischen Fähigkeiten der Klassenlehrerin Frau Müller an. Denn es gibt eine Unruhe in der Klasse, die Frau Müller einfach nicht in den Griff bekommt. In drei Monaten gibt es Übergangszeugnisse, und die Zulassung zum Gymnasium steht auf dem Spiel. Frau Müller gefährdet durch schlechte Zensurenvergabe die Zukunft der Kinder. Und deshalb haben die Eltern mehrheitlich beschlossen: Frau Müller muss die Klasse abgeben. Doch die erfahrene Lehrerin wehrt sich gegen das Misstrauensvotum und konfrontiert die ahnungslosen Eltern mit den tatsächlichen Verhaltensweisen ihrer Kinder in der Schule.
Lehrer müssen die schulischen Anforderungen gegenüber Schülern vertreten; sie sollen die Schüler lehren, Sachen zu verstehen und konstruktiv in Gruppen zu arbeiten. Konflikte sind hier ganz unvermeidlich, denn Kinder und Jugendliche sind nun einmal lieb und kreativ, aber auch ungeübt im Denken und Arbeiten, leicht zu langweilen, leicht ablenkbar und dazu sehr bewegungshungrig. Außerdem wollen sie zuweilen mit ihren Lehrern Konflikte austragen, die sie zu Hause nicht lösen können. Dabei unterscheiden sich Lehrpersonen und ganze Schulen stark in ihrem pädagogischen Stil: An manchen Schulen schwelen und eskalieren Konflikte so lange, bis sich die Elternschaft und der Schulrat einschalten müssen, an anderen Schulen lösen die Lehrer sie wohlwollend und professionell. Das Zweite bekommt allen Seiten gut - es schützt die Schüler vor unnötigem Stress, schützt die Lehrer vor dem Burnout und nimmt den Eltern die Sorge, für die Rechte ihrer Kinder gegen die Schule ankämpfen zu müssen. Wie kann das gehen?
Der Vortrag stellt einige bewährte Ansätze vor, mit denen Lehrerkollegien, Schulleitungen und Eltern ein gutes Arbeitsklima an der Schule fördern können.
→ Der gesamte Text auf der Seite vom Hans Otto Theater Elisabeth Flitner ist Professorin für Theorie der Schule an der Universität Potsdam. Ihre Forschungen gelten dem Lehrerberuf, der Schule als Organisation und dem deutsch-französischen Schulvergleich. Daneben hat sie mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung ein "Netzwerk Schule und Krankheit" gegründet, das in mehreren Bundesländern Weiterbildungen und politisches Lobbying für einen rücksichtvollen Umgang der Schule mit chronisch kranken Schülerinnen und Schülern betreibt."
Prof. Dr. Elisabeth Flitner Universität Potsdam Department Erziehungswissenschaft Karl-Liebknecht-Strasse 24-25 14476 Potsdam Sekretariat: Frau Schwarz, Tel: 0331-977-2157
Zeit der Vorlesung: 17. Januar, 19.30 Uhr Ort der Vorlesung: in der Reithalle im Hans-Otto-Theater in der Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam Der Eintritt beträgt 3 €, ermäßigt 2 €.
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