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MAZ vom 30. Mai 2011
WISSENSCHAFT: Neues von den Musen
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Wunderbare Welt des Wissens bei der „Klügsten Nacht des Jahres“

POTSDAM / SANSSOUCI - Aber, hallo! So alt und doch so jugendfrisch. Dabei zählen die Musen Thalia und Kalliope, die da am Sonnabend vor den Uni-Räumen am Neuen Palais die Gäste der Wissenschaftsnacht in Empfang nahmen, dem Vernehmen nach tausende Olymp-Jahre. Dennoch sah das Musen-Duo aus wie der leibhaftige Jungbrunnen. Ein weiterer Beweis dafür, dass geistige Aktivität frisch hält! Thalia und Kalliope sind, wie sie in einer ruhigeren Minute gestehen, „Wiederholungstäterinnen“: „Wir sind schon zum zweiten Mal bei der Langen Nacht dabei.“ Kerstin Wander (Thalia) und Melanie Siemund (Kalliope), die Latein studieren, lieben die Möglichkeit, ihr Fach kreativ vorzustellen. Mit Kommilitonen bringen sie Szenen aus Ovids „Metamorphosen“ auf die Bühne im Hof, wo man bei Bratwurst und Bulette die „schwere“ Geisteskost plötzlich federleicht dargeboten bekommt. Das Wort „Museum“, lernt man nebenbei, kommt von „museion“, Ort der Musenverehrung.

Davor nehmen sich die Musen noch netterweise für ein Foto Zeit. Aber auch ein heimliches Paparazzi-Bild wäre wohl rechtlich vertretbar. Denn: Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte bedürfen keiner Einwilligung, heißt es später in der Vorlesung „Verletzungen des Persönlichkeitsrechts durch die internationale Presse“. Allerdings bezieht Jura-Professor Götz Schulze seine Ausführungen weniger auf Olymp-Bewohner; mehr auf Promis wie Caroline von Monaco. Um Schulzes Ausführungen zu hören, sind Sophie und Marie, zwei Jura-Studentinnen, sogar aus Berlin angereist. „In unserem Studienplan ist so ein Kurs nicht enthalten“, erklären sie, ehe es weitergeht: „Shopping.“ Aber die jungen Frauen sind nicht so oberflächlich, wie es scheint. „Die mythische Aura des Shoppens. Wie uns Werbung zum Kaufen verführt“, heißt ein Vortrag aus dem Programm, das die Qual der Wahl beschert. Insgesamt 820 Angebote sind es allein am Campus Golm und am Neuen Palais. Soll man dem „Haven-Volck“ lauschen, das mit Federkiel und Kostümen die frühe Neuzeit lebendig werden lässt? Oder doch noch eine Entdeckungstour durch die Hochschulambulanz starten, wo sonst unter anderem alle brandenburgischen Bundeskaderathleten untersucht werden? Die Ambulanz unter Leitung von Direktor Frank Mayer erlebt einen Publi-kumsansturm.

„Eindeutig mehr Besucher als im Vorjahr“, konstatiert Johann Ev. Hafner, Religionswissenschaftler und Dekan der Philosophischen Fakultät, bevor er sich selbst ans Rednerpult stellt: „Engel“ ist das Thema. Unter den biblischen „Angeloi“ habe man ursprünglich keine Flügelwesen verstanden, sondern Boten in Menschengestalt, so Hafner.

Erst um ein Uhr nachts verließen die letzten Wissbegierigen die Wissenschaftsnacht. „Tempus fugit“ würden unseren lateinkundigen Musen sagen: Die Zeit (ver-)fliegt. (Von Ildiko Röd)

 

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung







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