Der Regenbogen zeigt sich stets auf einem Vorhang von Regentropfen, welcher von der Sonne beschienen wird. Daher erscheint dem Beobachter ein Regenbogen immer in der Gegenrichtung zur Sonne. Man kann also einen Regenbogen nur sehen, wenn man sich auf der optischen Achse zwischen Sonne und Gegenpunkt (G) befindet (Siehe Skizze).
Die größte Ausdehnung des Regenbogens in Form eines Halbkreises ist nur dann zu sehen, wenn die Sonne am Horizont steht. Indem die Sonne im Tagesgang aber weiter ansteigt, sinkt der Gegenpunkt unter den Horizont und damit wird vom Regenbogen immer weniger sichtbar. Deshalb wird man in unseren geographischen Breiten zur Mittagszeit nie einen Regenbogen sehen können.
Umgekehrt kann man bei sinkender Sonne umso besser den Bogen in seiner vollen Schön-heit beobachten.
Wenn der Beobachter allerdings auf einem erhöhten Standort, wie z.B. einem Berg steht, kann er statt des Bogens sogar einen geschlossenen Kreis beobachten.
Genau genommen ist es auch nicht nur ein Regenbogen, welcher auf konzentrischen Kreisen um den Gegenpunkt der Sonne liegt. Es sind mehrere Bögen mit unterschiedlichen Winkelabständen. Meistens sieht man nur den so genannten Haupt- oder Primärbogen (H) mit dem Winkelabstand von 42° um den Sonnengegenpunkt. Dieser weißt die berühmten Spektralfarben besonders kräftig auf. Seltener ist der Nebenbogen mit 51° (N) zu sehen. Dessen Spektralfarben sind in umgekehrter Reihenfolge und meist wesentlich schwächer zu sehen (Siehe Foto). Die Bandbreite der Farben ist dabei sehr unterschiedlich.
Die Sichtbarkeit des Nebenbogens hängt von der erneuten Brechung und Reflexion des Lichtes in den Regentropfen und nicht zuletzt von dem Standort des Beobachters ab.
Es können sich aber noch weitere Bogen anschließen, die so genannten Sekundärbogen. Sie sind allerdings wesentlich schwächer in den Farben als Haupt- und Nebenbogen und weisen nicht mehr alle Spektralfarben auf. Die Sekundärbogen liegen immer an der violetten Seite der Primärbogen.
|