Startseite


Wir über uns


Wissenschaft in Potsdam und Umgebung


Projekte


Potsdamer Kongress-Preis


Potsdamer Köpfe


Potsdamer Köpfe im Kiez


Potsdamer Köpfe vor Ort


Potsdamer Köpfe nachtboulevard


Welcome Center Potsdam


Veranstaltungskalender


Angebote für Kinder


Bücher aus der Wissenschaft


Fragen an die Wissenschaft


Vorträge aus der Wissenschaft


Angebote für Schulen


Schulporträts


Kontakt/Impressum


Presse


Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftskommunikation


Stellenangebote


Stellengesuche





Hinweis: Bei Verwendung des Internet Explorers kann es vereinzelt zu Darstellungsproblemen kommen.


Sie sind hier: prowissen | Angebote für Kinder | Fragen an die Wissenschaft 

Warum schmeckt Wasser manchmal süß? (Frauke, 10)
Seite druckenSeite drucken






Reines Wasser schmeckt normalerweise weder süß noch salzig. Es kann aber sein, dass wir beim Trinken das Gefühl haben, dass das Wasser süß ist. Das passiert, wenn wir bestimmte Süßstoffe konsumieren und hinterher Wasser trinken.

Zu solchen Süßstoffen zählen das altbekannte Saccharin und Azesulfam K. In kleinen Mengen z. B. im Kaffee oder Tee getrunken schmecken sie nur süß. Macht man aber aus Versehen zu viel Süßstoff in den Tee, dann schmeckt der Tee sogar weniger süß und unangenehm bitter. Trinkt man danach Wasser, um den schlechten Geschmack aus dem Mund zu entfernen, dann hat man das Gefühl, dass das Wasser plötzlich sehr süß schmeckt.

Warum ist dies so? Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke gehen von folgendem Mechanismus aus: Süßstoffe wie Saccharin können an zwei verschiedene Stellen der mikroskopisch kleinen Süß-Geschmacksantennen auf unserer Zunge binden. Ist nur wenig Süßstoff im Mund, binden die Süßstoffmoleküle nur an die erste (hochaffine) Bindungsstelle der jeweiligen Antenne. Die gibt dem Körper dann das Signal: Da ist etwas Süßes im Mund: Wir schmecken süß.

Haben wir aber ganz viel Süßstoff in den Mund genommen, sind die Süßstoffmoleküle in der Lage auch noch an eine zweite Bindungsstelle (mit niedriger Affinität) der Geschmacksantenne zu binden. Dies führt dazu, dass sich die jeweilige Antenne verbiegt und sie nicht mehr das Signal senden kann, dass sich etwas Süßes im Mund befindet. Der Süßgeschmack nimmt also ab.

Gleichzeitig können die Süßstoffmoleküle, wenn sie in großer Menge vorliegen, auch noch Geschmacksantennen aktivieren, die Bitterstoffe wahrnehmen. Daher schmeckt der Tee dann nicht nur weniger süß, sondern auch noch bitter.

Wenn man dann reines Wasser trinkt oder nur den Mund damit ausspült passiert Folgendes:

- Das Wasser spült einen großen Teil der Süßstoffe von den Geschmacksantennen weg.

- Die Süßgeschmacksantennen werden hierdurch wieder angeschaltet und wir nehmen einen süßen Geschmack wahr.

- Die Bitterantennen werden abgeschaltet, da die Menge an Süßstoff nicht mehr ausreicht, um sie zu aktivieren. Es schmeckt nicht mehr bitter.

- Man hat also plötzlich das Gefühl, das Wasser schmeckt süß.

Übrigens nimmt nicht jeder Mensch gleich stark den bitteren Beigeschmack von Süßstoffen wahr. Dies ist erblich bedingt, liegt also an unseren Genen für die Bitter-Geschmacksantennen.







Dr. Gisela Olias arbeitet seit 2001 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Sie leitet am DIfE das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit







Schriftgröße: AAA





Site by icomedias
RSS Kontakt Sitemap