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MAZ vom 03. September 2010
Potsdamer Köpfe im Kiez: Dr. Kurt Winkler
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WISSENSCHAFT: Frauen nahe sein – im Porträt


POTSDAM / SCHLAATZ - Berühmten Menschen ganz nahe sein. Das kann jeder erleben – durch Porträts. Was uns weibliche Porträtgemälde zu sagen haben, darum ging es gestern innerhalb der Reihe „Potsdamer Köpfe im Kiez“. In der ersten Veranstaltung nach der Sommerpause erzählte Kurt Winkler im Haus der Generationen und Kulturen am Schlaatz über die Lebensgeschichten bedeutender preußischer Frauen. Anhand dieser wurden die jeweiligen Porträts der Damen interpretiert. Der Referent leitet seit 2008 das Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte am Neuen Markt.

„Das Porträt zeigt einen Menschen nicht so wie er ist, sondern wie der Künstler ihn gesehen hat“, klärte Winkler die Zuhörer zunächst auf. Warum er sich gerade mit Frauenbildnissen beschäftigt, ließ er die Gäste ebenfalls wissen. Der Verein „Kulturland Brandenburg“ habe das Jahresthema „Mut und Anmut – Frauen in Brandenburg-Preußen“ gewählt. Dazu habe sein Haus das zentrale Ausstellungsprojekt übernommen. Mit 50 Bildern zeigt die Schau „Preußens Eros, Preußens Musen“ Frauen aus vier Jahrhunderten. Sie wird am 24. September eröffnet. Für die Zuhörer hatte Kurt Winkler einige Porträts aus der Ausstellung mitgebracht: Sie waren auf Power-Point-Folien dargestellt und Winkler erzählte vom Schicksal der Heldinnen.

So war zum Beispiel das Konterfei von „La Barbarina“ zu sehen: Die Italienerin Barbara Campanini war ein internationaler Tanz-Star ihrer Zeit. 1744 kam sie nach Berlin, an den Hof Friedrichs des Großen. „Sie brannte durch und ging eine Scheinehe ein, da sie den Vertrag mit dem Preußenkönig nicht erfüllen wollte“, erzählt Winkler. Damals sei es üblich gewesen, dass verheiratete Frauen nicht berufstätig sind. „Die Starrolle soll hier im Vordergrund stehen“, so deutet Winkler das Gemälde von Antoine Pesne. Das erkenne man zum Beispiel am Kleid der Dame, das mit Blumen geschmückt und mit einem Pantherfell überzogen ist. Das Spektrum der Porträts reicht bis zur Moderne, wofür eine Fotografie von Marlene Dietrich steht. (Von Romy Strobel)

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung







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