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Sein eigener Chef sein, wer möchte das nicht? Aber ein Unternehmen zu gründen, kann eine ziemlich bärige Angelegenheit werden. Dazu braucht man eine wirklich gute neue Idee. Die Näherin Margarete Steiff, zum Beispiel, hat vor über hundert Jahren damit begonnen, für Kinder Stofftiere herzustellen. Mit einem der ersten beweglichen Teddybären wurde ihr Unternehmen später weltweit bekannt. Oder der Bonbonkocher Hans Riegel aus Bonn. Er erfand 1921 die Gummibärchen und gründete seine eigene Firma, die noch heute existiert. Was Margarete Steiff und Hans Riegel miteinander verbindet, ist nicht nur ihr Erfindergeist und Einfallsreichtum, sondern auch ihr bärenstarker Wille, aus einer Idee ein Geschäft zu machen. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für angehende Unternehmer.
Möchte man etwas Neuartiges herstellen, kann man seine Erfindung schützen, das heißt, patentieren lassen. Nicht jeder Unternehmer aber macht das. Denn nach zwanzig Jahren entfällt der Patentschutz und jeder, der es will, darf das Produkt nachmachen. Ein berühmter amerikanischer Getränkehersteller hütet seine Cola-Rezeptur deshalb bis heute nicht als Patent, sondern als Geschäftsgeheimnis.
Das beste Rezept, die tollste Erfindung aber haben keine Chance auf Erfolg, wenn der Unternehmensgründer keine Unterstützer findet. Schließlich braucht er oder sie Räume, Maschinen, Material und Angestellte. Und all das kostet Geld, das man in der Wirtschaft Kapital nennt. Bonbonkocher Hans Riegel soll als Startkapital gerade mal einen Sack Zucker besessen haben, einen Kupferkessel, einen Herd und eine Walze.
Heute ist das nicht mehr ganz so einfach. Wer eine Firma gründen will, muss in der Regel Geldgeber, so genannte Investoren, für sein Projekt begeistern. Eine Bank, die einen Kredit geben könnte, möchte einen genauen Geschäftsplan sehen, damit sie beurteilen kann, ob das Unternehmen Erfolg verspricht. Solch ein Geschäftsplan beginnt mit einer Marktanalyse. Der angehende Firmengründer schaut, ob sein Produkt überhaupt von den Menschen benötigt wird, also auch verkauft werden kann. Dafür muss er weit über den eigenen Tellerrand hinausschauen, viele Leute befragen und den Bedarf richtig einschätzen. Träumereien und Wunschdenken sind hier völlig fehl am Platz.
Besteht tatsächlich eine große Nachfrage, muss das neue Produkt bekannt gemacht werden. Wie das funktioniert, kann man täglich in der Zeitung, auf Plakaten oder im Fernsehen beobachten. Für die Werbung und den Verkauf überlegt sich der Gründer eine Marketingstrategie. Er fragt sich: Wer soll mein Produkt kaufen? Jugendliche oder eher ältere Menschen, Frauen oder Männer? Wie soll es verpackt sein? Was kostet es? Kann man es auch im Internet kaufen, im Supermarkt oder nur im Fachhandel? All das ist genau zu planen.
Wer ein Unternehmen gründen möchte, sollte also weit vorausdenken und gut mit Geld umgehen können. Es ist nicht selten, dass sich eifrige Firmenchefs bei den Kosten für die Produktion verrechnen. Man sagt dazu auch verkalkulieren. Dann sind sie gezwungen, ihr Geschäft oder ihren Betrieb ganz schnell wieder zu schließen. Soweit muss es aber nicht kommen. Einen Betrieb zu führen, Chef oder Manager zu sein, kann man nämlich lernen oder studieren, auch an der Universität.
Aufgeschrieben von Antje Horn-Conrad
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