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Astroteilchenphysik in Deutschland
Status und Perspektiven
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Am 25. und 26. Februar 2010 findet am Brandenburger Standort des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY in Zeuthen bei Berlin das sechste Treffen der deutschen Astroteilchenphysiker statt. Rund 250 Teilnehmer werden die neusten Ergebnisse der Forschungen diskutieren und die Koordinierung der Pläne für zukünftige Experimente vorantreiben. Zusammen mit den USA und Frankreich nimmt Deutschland eine weltweite Spitzenstellung in der Astroteilchenphysik ein. Deutsche Forscher sind führend an den gegenwärtig größten internationalen Projekten der Astroteilchenphysik beteiligt, wie etwa dem Pierre-Auger-Observatorium für kosmische Strahlen in Argentinien, den Gammastrahl-Teleskopen H.E.S.S. in Namibia und MAGIC auf den kanarischen Inseln, oder dem IceCube-Detektor am Südpol. Dabei wollen sie so grundlegende Fragen klären, wie:


  • Was ist dunkle Materie, der geheimnisvolle Stoff, der fünfmal häufiger im Universum vorkommt als  die „normale“ Materie?
  • Woher kommt die kosmische Strahlung, die unsere Atmosphäre mit einem ununterbrochenen Trommelfeuer von geladenen Teilchen überstreicht?
  •  Welche Rolle spielen Neutrinos im kosmischen Geschehen?
  • Was werden uns Gravitationswellen über die Umgebung schwarzer Löcher lehren?
Um diese Fragen zu beantworten, haben die Wissenschaftler weltweit verschiedenste Experimente installiert: Nicht nur am Südpol und in der argentinischen Pampa, sondern auch in den Tiefen des Mittelmeers und in Höhlen unter Bergmassiven, mit kilometerlangen Rennstrecken für Laserstrahlen und mit kompakten Nachweisgeräten auf Satelliten arbeiten sie auf neue, grundlegende Erkenntnisse hin. Für viele der riesigen  Geräte der nächsten Generation werden gegenwärtig die Weichen gestellt. Sie sollen in internationalen Kooperationen entwickelt und betrieben werden.

Die Astroteilchenphysik ist ein rapide wachsendes Forschungsfeld an der Schnittstelle von Teilchenphysik, Astrophysik und Kosmologie. Das mittlerweile klassische Experiment auf diesem Gebiet –  Kamiokande in Japan – war ursprünglich gebaut worden, um eine der fundamentalen Vorhersagen der Teilchenphysik, den Zerfall von Protonen, zu prüfen. Der Protonzerfall wurde nicht gefunden. Stattdessen maßen die Forscher Neutrinos von der Sonne und von einer Supernova und stießen das Fenster zur Neutrino-Astronomie auf. Für diesen spektakulären Erfolg gab es 2002 den Nobelpreis für Physik. „Ganz nebenbei“ stellte sich dabei aber auch heraus, dass Neutrinos eine Masse haben – eine fundamentale Entdeckung für die Teilchenphysik, die auch Auswirkungen auf unser Bild vom frühen Universum und vom Urknall hat. Die gegenwärtigen und zukünftigen Experimente der Astroteilchenphysik wollen diese Erfolgsgeschichte fortschreiben. Dabei werden sie hoffentlich nicht nur einige der gegenwärtig größten Rätsel des Universums lösen, sondern auch auf gänzlich Unerwartetes stoßen.

Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen, an der Konferenz teilzunehmen. Am ersten Tag des Treffens wird ein Pressegespräch organisiert werden. Außerdem stehen die Konferenzteilnehmer für tiefer gehende Fragen zur Verfügung. In Vorbereitung eines Besuchs können sich Journalisten an  Ulrike Behrens ( ) wenden.


Links:
http://www.desy.de/AT2010




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