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MAZ vom 18. Februar 2010
Wie sich Wissenschaft vermarktet
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KONFERENZ: Mit dem schönen Leben locken

 

POTSDAM / GOLM - Neun Städte aus neun Ländern Europas, die alle einen Vorzug und ein Problem gemeinsam haben: Sie besitzen wissenschaftliche Einrichtungen, haben aber eine Metropole in ihrer Nähe, die ihnen die Schau stiehlt. Um ihr Wirken voranzubringen, haben sich diese neun Kommunen Ende 2008 zum Netzwerk Runup zusammengeschlossen. Ein Runup-Mitglied ist Potsdam. Gestern trafen sich 45 Vertreter des Netzwerks im Technologiezentrum Go-In in Golm. Fast 20 von ihnen kamen von den ausländischen Partnerstädten.

Thomas Baaken von der Fachhochschule Münster zeigte in seinem Vortrag, dass man sich beim Vermarkten von Wissenschaft sehr genau über seine Ziele klar werden muss. Früher habe die Fachhochschule Münster aufwendige Tage der offenen Tür veranstaltet. Das habe zwar Besucher, aber kaum gemeinsame Projekte zwischen FH und Industrie gebracht. „Jetzt führen wir halbe Tage allein mit Unternehmen durch.“ In Kleingruppen können diese erfahren, was die Fachhochschule alles für sie leisten kann. „An einem halben Tag kommen so 15 bis 20 Projekte zustande“, sagt Baaken.

Solche Aspekte sind auch Friedrich Winskowski wichtig. Er vermarktet seit Ende 2009 als Geschäftführer der Standortmanagement GmbH den Wissenschaftspark Golm. Die GmbH will noch mehr Forschung, aber auch Unternehmen auf das Gelände ziehen und dessen Lebensqualität verbessern. „Er ist provokativ und innovativ in Bezug auf den Marketing-Gedanken insgesamt“, meint Winskowski über Baaken. Dass jener den Kundennutzen in den Mittelpunkt seiner Ideen stelle, sei auch für Golm interessant.

Simone Leinkauf, Geschäftsführerin des Potsdamer Vereins „proWissen“, geht weiter. Sie will ein wissenschaftsfreundliches Klima schaffen, um beim Kampf um die klugen Köpfe gegen andere Städte zu gewinnen. „Wissenschaft und Bildung sind Potenziale der Zukunft“, sagt sie. „Man muss den Boden für wissenschaftliches Wachstum bereiten.“

Wie das funktionieren kann, sagt Gilda Antonelli von der Universität von Molise im italienischen Campobasso. Die Kleinstadt steht im Schatten Neapels. „Neapel ist eine wunderbare Stadt, hat aber viel Kriminalität.“ Ähnlich wie Campobasso müsse Potsdam mit seiner Lebensqualität Forscher anlocken. (Von Rüdiger Braun)

 

 

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung







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