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MAZ vom 05. Dezember 2009
In der Stadtforum-Debatte sind sich alle einig: Potsdam hat gewaltige Potenziale in diesem Feld
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FORSCHUNG: Ein Haus der Wissenschaft in der Mitte

POTSDAM / INNENSTADT - Stellen Sie sich vor, Sie lebten in einer Stadt der Wissenschaft und wüssten nichts davon. Aber genauso ist es! Wenn Potsdam beinahe 25 000 Studenten, 5308 arbeitende Wissenschaftler und rund 40 Institute zählt, dann darf es sich zu Recht eine Stadt der Wissenschaft nennen. Nur hat sich das nicht rumgesprochen. Die fehlende Kenntnis dieser Tatsachen war Thema des 36. Stadtforums am Donnerstagabend im Alten Rathaus. Vor allem ging es um die Frage, wie unter diesen Bedingungen mehr innovative Unternehmen in die Stadt gelockt werden sollen.

Einen Grund für die fehlende Identifikation der Potsdamer mit ihrer Wissenschaft nannte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gleich zu Beginn: Die Einrichtungen liegen zerstreut: „Es ist nicht sofort ein Campus sichtbar.“ Mit seiner Lösung, man brauche einen zentralen Anlaufpunkt, ein „Haus der Wissenschaft“ in der Mitte, rannte Jakobs offene Türen ein. Nur über den Standort war man sich nicht einig. Ob nun in der Speicherstadt oder in der Gutenbergstraße, war jedoch auch zweitrangig. Problematisch blieb für Jakobs nur, wer in solch ein Gebäude investieren würde. Die Stadt könne nur das Grundstück bieten.

Wie sehr Potsdam Wissenschaftsstandort von Weltrang geworden ist, zeigte der Standortmanager des Wissenschaftsparks Golm, Friedrich Winskowski. Wo einst Stasi-Offiziere ausgebildet wurden, gewinnen heute Kolloidforscher des Max-Planck-Instituts wie Peter Fratzl den Leibniz-Preis. Natürlich fehle es auf dem Riesencampus noch an Lebensqualität und trotz des Gründerzentrums „Go-In“ auch an noch mehr innovativen Firmen. „Wir brauchen spezielle Gründerförderung. Und wir brauchen Geduld“, meint Winskowski.

Die hat zum Beispiel der Vizepräsident der Universität Potsdam, Thomas Grünewald. Erst vor zweieinhalb Jahren nach Potsdam gekommen, staunt er über das, was bisher erreicht wurde. Mache man so weiter, werde man Wissenschaftsstädte wie Berlin, Göttingen oder Heidelberg einholen. Damit wollte sich der zuhörende italienische Architekt Roberto Pirzio-Biroli nicht zufrieden geben. Er sah schon Potsdams Park- und Wissenschaftslandschaft zu einem deutschen Harvard verschmelzen. (bra)

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung







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