SCHLAATZ Um vergessene Rekorde und jüdische Sportler in Deutschland vor 1938 geht es am morgigen Mittwoch, dem 4. November, in der Reihe „POTSDAMER KöPFE im Kiez“. Joachim Teichler beschäftigt sich ab 18 Uhr im Haus der Generationen und Kulturen, Milanhorst 9, mit den weitgehend vergessenen jüdischen Sportlern in der Frühzeit der deutschen Turn- und Sportbewegung von den Ersten Olympischen Spielen in Athen 1896 bis zum Jahr 1933. Die große Mehrheit von ihnen gehörte vor 1933 „allgemeinen“ deutschen Turn- und Sportvereinen an, von denen sie 1933 im Zuge der „Selbstgleichschaltung“ des bürgerlichen Sports ohne staatlichen Zwang ausgeschlossen wurden. Sie schlossen sich dann – wenn sie nicht emigrierten – jüdischen Sportverbänden an, die vor 1933 nur eine Nebenrolle spielten. Die jüdische Sportbewegung erlebte so vor den Olympischen Spielen 1936 eine von den Nazis geduldete Scheinblüte, geriet immer unter Verfolgungsdruck und endete mit dem Novemberpogrom 1938.
Mit dem Vortrag wird gleichzeitig ein Teil der Ausstellung „Vergessene Rekorde“ gezeigt, die im Sommer im Centrum Judaicum in Berlin als Teil des Kulturprogramms der Leichtathletik-WM zu sehen war. Die Ausstellung widmet sich den Biographien und Schicksalen dreier jüdischer Leichtathletinnen, die deutsche und Weltrekorde erzielt hatten.
Professor Teichler ist seit 1994 Leiter des Arbeitsbereiches Zeitgeschichte des Sports an der Uni Potsdam.
www www.prowissenpotsdam.de/POTSDAMER-koepfe und www.prowissen-potsdam.de/POTSDAMER-koepfe-im-kiez.
Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung
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