Die Vorlesung am 4. November 2009 beschäftigt sich mit der weitgehend vergessenen großen Rolle jüdischer Sportler in der Frühzeit der deutschen Turn- und Sportbewegung von den Ersten Olympischen Spielen in Athen 1896 bis zum Jahr 1933. Die große Mehrheit von ihnen gehörte vor 1933 „allgemeinen“ deutschen Turn- und Sportvereinen an, von denen sie 1933 im Zuge der „Selbstgleichschaltung“ des bürgerlichen Sports ohne staatlichen Zwang ausgeschlossen wurden. Sie schlossen sich dann – wenn sie nicht emigrierten – den jüdischen Sportverbänden an, die vor 1933 nur eine Nebenrolle spielten. Die jüdische Sportbewegung erlebte so vor den Olympischen Spielen 1936 eine von den Nazis geduldete Scheinblüte, geriet immer unter Verfolgungsdruck und endete mit dem Novemberpogrom 1938.
Mit dem Vortrag wird gleichzeitig die Ausstellung „Vergessene Rekorde“ eröffnet, die schon vom 21.6. bis 23.8. 2009 als Bestandteil des Kulturprogramms der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Centrum Judaicum in Berlin zu sehen ist. Die Ausstellung widmet sich den Biographien und Schicksalen dreier jüdischer Leichtathletinnen, die Inhaberinnen deutscher Rekorde und im Falle von Lilli Henoch auch von Weltrekorden waren.
Prof. Dr. Hans Joachim Teichler ist seit 1994 Leiter des Arbeitsbereiches Zeitgeschichte des Sports an der Universität Potsdam und Verfasser zu den Themenbereichen Arbeitersport, NS-Sport und Sport in der DDR.
Zeit der Vorlesung: 4. November 2009, 18.00 Uhr
Ort der Vorlesung: Haus der Generationen und Kulturen, Milanhorst 9 am Schlaatz, 14478 Potsdam
Kontakt:
Prof. Dr. H. Joachim Teichler
Universität Potsdam
Sportwissenschaft Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Sports
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
Tel: 0331.977.1738
E-Mail an Prof. Teichler
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