In drei Jahren, 1912, wird sich zum hundertsten Male die Entdeckung der kosmischen Strahlung jähren -Protonen, Alphateilchen und auch schwerere Kerne, die unaufhörlich auf die Erdatmosphäre prasseln. Einige von ihnen erreichen Energien, die jene des Large Hadron Collider LHC in Genf um das Zehnmillionefache übertreffen. Wo im Kosmos befinden sich die Teilchenschleudern, die diese Schwindel erregenden Energien produzieren? Wie funktionieren sie? An den entlegendsten Stellen der Erde - am Südpol, in den Tiefen des Baikalsees, in der argentinischen Pampa oder im tibetischen Hochland haben Forscher Anlagen installiert, um dieses Rätsel zu lösen. Der Vortrag beschreibt den Stand der Forschung und die Chancen, den Schleier des Geheimnisses noch vor Ablauf der Jahrhundertfrist zu lüften.
Christian Spiering, Jahrgang 1948, studierte Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1974 bis 1978 arbeitete er am Vereinigten Institut für Kernforschung in Dubna (UdSSR), danach am Institut für Hochenergiephysik in Zeuthen bei Berlin (jetzt DESY, Zeuthen).
Sein Forschungsgebiet ist die Neutrino-Astrophysik. Er ist Leiter der Zeuthener Astroteilchen-Gruppe. Über viele Jahre war er europäischer Koordinator der AMANDA-Kollaboration, bzw. wissenschaftlicher Koordinator der IceCube-Kollaboration, zwei internationalen Projekten der Neutrinoastronomie am Südpol. Gegenwärtig leitet er die europäische Strategiekommission für Astroteilchenphysik. Christian Spiering ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und allgemeinverständlicher Veröffentlichungen, u.a. des populärwissenschaftlichen Buches "Auf der Suche nach der Urkraft".
Zeit der Vorlesung: 8. November 2009, 11.00 Uhr
Ort der Vorlesung: Altes Rathaus - Potsdam Forum, Am Alten Markt, 14467 Potsdam
Kontakt:
Ulrike Behrens
Experiment Support / Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Elektronen-Synchrotron
Ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft
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