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MAZ vom 29. November 2008
„Wir sprechen russisch . . .“ 29 Firmen bei „Charta der Vielfalt“ / Rewe-Markt mit Extra-Kundenpflege
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Wir sprechen russisch... 29 Firmen bei Charta der Vielfalt / Rewe-Markt mit Extra-Kundenpflege 

Das neue Potsdamer Toleranzedikt erfasst immer stärker auch die Wirtschaft. Vielfalt wird als Prinzip der Unternehmensführung und des Umgangs mit Kunden gesehen.

Von Rainer Schüler

NAUENER VORSTADT Zugleich mit dem neuen Toleranzedikt von Potsdam ist eine „Charta der Vielfalt“ aufgelegt worden, die den Toleranzgedanken in die Wirtschaft trägt. 29 kleine und mittlere Firmen und Vereine haben sie unterzeichnet, 15 von ihnen bekamen gestern im Stadthaus Teilnehmerurkunden. Weitere Unterstützer sind gefragt. Der Charta zufolge prägt Vielfalt auch die deutsche Wirtschaft: Vielfalt der Ethnien, Herkünfte, Prägungen, Bedürfnisse und Fähigkeiten. Alle Firmenmitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, Religion oder Weltanschauung. Vorhandene Vielfalt soll in den Unternehmen genutzt werden; dadurch will man Potenziale freisetzen. Gegenseitiger Respekt soll sich durch die Firmen ziehen; den Führungskräften kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. Auch auf die Vielfalt der Bedürfnisse von Kunden soll intensiver eingegangen werden. Hier macht der Rewe-Marktleiter Siegfried Grube im Markt-Center an der Breiten Straße einen kleinen, aber wichtigen Schritt nach vorn: Er will fremdsprachige Azubis und studentische Hilfskräfte als Betreuer ausländischer Kunden einsetzen und das schon am Markteingang anzeigen. „Wir sprechen russisch“ steht dann auf einem auswechselbaren Schild oder „Wir sprechen französisch“, vielleicht auch beides. „Es schafft enorm Vertrauen, wenn ein Kunde weiß, dass ihn jemand in seiner Sprache versteht und er nicht umherirren muss“, sagte Grube der MAZ: „Wir hatten mal afrikanische Studenten, die offenbar sehr scharf gekocht haben und immer Chili und Bohnen gekauft haben. Mit denen kam ich übers Kochen ins Gespräch und wurde von da an immer persönlich begrüßt von Menschen, die sehr erleichtert waren über den Kontakt.“ Auch Sonderwünsche von Ausländern zu erfüllen, hatte sich Grube zum Prinzip gemacht, wo immer das machbar ist: „Ein Bulgare fragte öfter nach Lammfleisch. Das haben wir nicht, aber wir haben es besorgt.“





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