In der Leistikowstraße 1 befand sich von 1945 bis 1984 das zentrale Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Spionageabwehr in Ostdeutschland. Es gibt kaum eine zweite Haftanstalt, die in so beklemmender Authentizität erhalten ist wie das zum Gefängnis umgebaute ehemalige Pfarrhaus des Evangelisch-kirchlichen Hilfsvereins. Ende 2008 wurde die unselbständige Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam gegründet, die von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten treuhänderisch verwaltet wird. Bis zur endgültigen Eröffnung der Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung kann das Haus, das bereits denkmalgerecht saniert wurde, an den Wochenenden sowie mittwochs (für angemeldete Gruppen) besichtigt werden.
In der Leistikowstraße hielt der sowjetische Militärgeheimdienst zunächst Deutsche und Sowjetbürger fest, ab 1955 bis 1984 ausschließlich sowjetische Militärangehörige. Vergleichsweise wenige Inhaftierte sind namentlich bekannt. Die Untersuchungshäftlinge wurden in der Leistikowstraße erkennungsdienstlich behandelt, oft monatelang verhört, teilweise misshandelt und durch ein sowjetisches Militärtribunal zu mehrjährigen Haftstrafen oder zum Tode verurteilt. Zahlreiche Einritzungen in deutscher und russischer Sprache, die an den Zellenwänden erhalten sind, spiegeln die Entrechtung, Isolation und psychische Belastung der Häftlinge in beklemmender Weise wider.
Öffnungszeiten:
Bis zur endgültigen Eröffnung der Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung im Februar 2012 werden Führungen durch das denkmalgerecht sanierte Gebäude wie folgt angeboten:
Juli, August:
samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr; mittwochs Führungen für Gruppen nach Anmeldung
September, Oktober:
samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr
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Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße
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Wandeinritzung "Figur hinter Gittern"
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