Lindenstraße 54 14467 Potsdam Kontakt:
Potsdam Museum, Benkertstr. 3, 14467 Potsdam Telefon: (0331) 289 68 03, (0331) 289 61 36 Telefax: (0331) 289 68 08 http://www.potsdam.de/potsdam-museum Kontakt per E-Mail: Wegbeschreibung: S-Bahn, Linie 7 Potsdam-Stadt,Tram 98 bis Dortustraße, 5 Min. Fußweg bis Lindenstraße
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert"
Die bedrückende Kontinuität der Willkür verschiedener Diktaturen an diesem Ort und die persönlichen Schicksale der Betroffenen sind Themen der Führungen und Veranstaltungen in der Gedenkstätte Lindenstraße 54 des Potsdam-Museums.
Dieses Haus repräsentiert wichtige Etappen der Potsdamer Stadtgeschichte. Das 1737 erbaute Palais wurde 1809 zum ersten Tagungsort der 1. freigewählten Stadtverordnetenversammlung. Seit 1820 nutzte das Stadtgericht das Gebäude als Gerichtsort und Gefängnis.
Während der NS-Diktatur waren hier Verfolgte des Nazi-Regimes inhaftiert, ein Erbgesundheitsgericht verurteilte Menschen zu Zwangssterilisationen. Wiederstandskämpfer wie Werner Seelenbinder wurden vom Potsdamer Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.
1945-1952 waren hier Verfolgte des sowjetischen Geheimdienstes eingesperrt. Ein Militärtribunal verurteilte sie zu langjährigen Haftstrafen oder zum Tode.
1952-1989 wurden politische Häftlinge des DDR-Staatssicherheitsdienstes in diesem Haus inhaftiert. Erhalten geblieben ist die Häftlingskartei der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Potsdam. Danach wurden hier bis zur Wende 7.000 Menschen als Untersuchungshäftlinge eingesperrt, davon fast 1.000 Frauen. Nahezu allen wurden politische Delikte vorgehalten: Spionage, Sabotage, Diversion, staatsfeindliche Hetze, Republikflucht, Beeinträchtigung staatlicher und gesellschaftlicher Tätigkeit.
Heute gehört das historische Haus mitten in der Innenstadt mit seiner weitläufigen Gefängnisanlage der Stadt Potsdam und dient als Mahnmal und Gedenkstätte gegen politische Gewalt. Seit 1995 konserviert das Potsdam-Museum im Auftrag der Stadt Spuren der Zeit und organisiert Besichtigungen in der Hausanlage als museale Gedenkstätte. Aus einer privaten Initiative des Jahres 1989, das Haus zu einer Gedenkstätte umzugestalten, wurde so ein politischer Auftrag, der durch eine Gedenkstättenpädagogin mit Angeboten für Schulklassen ergänzt wird.
Unterstützt wird die Gedenkstättenarbeit auch von der „Fördergemeinschaft Lindenstraße 54“, die sich im Februar 1995 als politischer, parteiunabhängiger Verein gegründet hat, um am Beispiel der Geschichte des Domizils in der Lindenstraße 54 in Potsdam an die Unterdrückung von Menschen durch Menschen zu erinnern. Die Fördergemeinschaft bietet Menschen ein Forum, die unter politischer Verfolgung leiden mussten und informiert durch Vortragsveranstaltungen, Gesprächsrunden und weitere Aktionen über die Schatten der Vergangenheit.
Öffnungszeiten: Di bis So 10-18 Uhr Eintritt mit Führung 3 € ohne Führung 1,50 €, Schüler (bis 18 Jahre) mit Führung 2 € ohne Führung 1 €
Eine wöchentliche Sprechstunde bietet das Potsdam Museum - Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 mit der Koordinatorin der Gedenkstätte, Frau Gabriele Schnell, jeden Dienstag von 15 - 18 Uhr in der Lindenstraße 54/55 an.